Kommunale Wärmeplanung

Kommunale Wärmeplanung - Wärmeplanbericht beschlossen


Warum braucht es eine kommunale Wärmeplanung?

Ziel der Wärmeplanung ist neben der Dekarbonisierung der Wärmeversorgung insbesondere der Aufbau zukunftsfähiger und umweltschonender Versorgungsstrukturen. Dazu zählen beispielsweise Wärmenetze auf Basis industrieller Abwärme oder sogenannte Kalte Nahwärmenetze, die vorhandene Umweltenergiequellen nutzen und mithilfe moderner Technologien effizient bereitstellen. Beispiele hierfür sind Erdwärme oder Luft-Wärmepumpen. Eine frühzeitige Planung ist wichtig, da die Investitionskosten für den Aufbau von Wärmenetzen insbesondere in bereits erschlossenen und versiegelten Bereichen sehr hoch sind. Das nachträgliche Verlegen von Leitungen und Infrastruktur durch bestehende Straßen würde die Kosten erheblich erhöhen und damit letztlich die Wärmepreise für die Bürgerinnen und Bürger belasten. Gleichzeitig bietet die Umstellung auf erneuerbare Wärmequellen die Chance, die Abhängigkeit von Erdöl und Erdgas sowie von internationalen Energiemärkten zu verringern. Eine stärker regionale Wärmeversorgung kann die Versorgungssicherheit erhöhen und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Krisen verbessern. Hinzu kommt, dass durch die künftige Entwicklung des europäischen Emissionshandels mit steigenden CO₂-Kosten zu rechnen ist. Die Wärmeplanung soll daher langfristige Planungssicherheit schaffen und dazu beitragen, die Wärmeversorgung bezahlbar, verlässlich und möglichst stabil zu gestalten.

Warum braucht es eine kommunale Wärmeplanung?

Ergebnisse der Wärmeplanung

Aus den genannten Gründen werden nicht kurzfristig flächendeckende Wärmenetze in den Ortskernen der sechs Ortsgemeinden entstehen. Die kommunale Wärmeplanung empfiehlt daher überwiegend eine dezentrale Wärmeversorgung der Haushalte, insbesondere durch den Einsatz von Wärmepumpen. Bundesrecht weist den Kommunen jedoch auch eine Vorbildfunktion zu. Daraus ergeben sich interessante Entwicklungsmöglichkeiten. Da es in der Verbandsgemeinde keine großen industriellen Wärmeverbraucher gibt, zählen kommunale Einrichtungen zu den größten Wärmeabnehmern vor Ort. Diese sogenannten „Ankerkunden“ können die Grundlage für kleinere Wärmenetze bilden und deren wirtschaftlichen Betrieb ermöglichen. Der nächste Schritt besteht daher darin, bestehende Wärmenetze – soweit möglich – zu dekarbonisieren und den Aufbau kleiner, erweiterbarer Gebäudenetze zu prüfen. Bei zukünftigen Neubaugebieten oder umfangreichen Straßenbaumaßnahmen in der Nähe bestehender Netze können Erweiterungen von Beginn an mitgedacht werden. Dadurch lassen sich die Ausbaukosten deutlich reduzieren. Ob und in welchem Umfang solche Projekte umgesetzt werden, hängt von den Entscheidungen der jeweils zuständigen politischen Gremien ab. Erst durch entsprechende Beschlüsse können sich direkte Auswirkungen auf die Anwohnerinnen und Anwohner ergeben.

Ergebnisse der Wärmeplanung

Blick nach vorn: Zieljahr 2040

Für die Wärmeplanung wurde zunächst das bundesrechtlich vorgesehene Zieljahr 2045 zugrunde gelegt. Das Land Rheinland-Pfalz, die Verbandsgemeinde Lingenfeld sowie alle sechs Ortsgemeinden haben sich jedoch auf ein früheres Ziel verständigt und streben die Treibhausgasneutralität bereits bis zum Jahr 2040 an. Bei der ersten Fortschreibung der Wärmeplanung in fünf Jahren wird daher zu prüfen sein, welche zusätzlichen Maßnahmen erforderlich sind, um dieses ambitioniertere Ziel zu erreichen. Darüber hinaus können künftig weitere Themen der Klimaanpassung integriert werden. Hierzu zählen beispielsweise Hitzeschutzmaßnahmen, Kältenetze oder öffentliche kühle Aufenthaltsräume.

Blick nach vorne- Zieljahr 2040


Ein langfristiger Prozess: Die kommunale Wärmeplanung ist der Beginn einer strategischen und langfristigen Betrachtung der Wärmeversorgung in der Verbandsgemeinde Lingenfeld. Ihre Weiterentwicklung wird sowohl von politischen Entscheidungen als auch von den Entscheidungen und dem Engagement der Bürgerinnen und Bürger geprägt werden.


Leseempfehlung

Die folgende Auswahl an Kapiteln bietet einen kompakten Überblick über Vorgehensweise und Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung, ohne in sämtliche Detailbetrachtungen einzusteigen:

  • 1 Vorbemerkungen und Ziele
  • 1.1 Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze
  • 5.3 Wärmebedarf
  • 6.3 Umweltwärme
  • 7f Einteilung in Wärmeversorgungsgebiete
  • 8.2 Entwicklung der zukünftigen Wärmeversorgung
  • 8.2.5 Auswahl des maßgeblichen Szenarios
  • 8.5 Gebiete mit erhöhtem Energieeinsparpotenzial
  • 9.1 Handlungsfelder und Maßnahmenkatalog


Ausblick: 

Wärme-Steckbriefe der Ortsgemeinden

Veröffentlichung in den nächsten Wochen

Für jede Ortsgemeinde wird eine kompakte Zusammenfassung der Ergebnisse erstellt. Diese enthält unter anderem Informationen zu möglichen Entwicklungsgebieten für Wärmenetze sowie relevante Beschlüsse der jeweiligen Gemeinde. Sollten künftig Entscheidungen getroffen werden, die Auswirkungen auf die Wahl von Heizsystemen haben oder Sanierungsgebiete ausgewiesen werden, in denen steuerliche Vorteile genutzt werden können, werden diese Informationen ebenfalls an dieser Stelle veröffentlicht.


Online-GIS

Voraussichtliche Veröffentlichung: 2027

Zur besseren Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse ist vorgesehen, die kommunale Wärmeplanung künftig über ein digitales Kartenportal bereitzustellen.Über diese Plattform sollen sowohl die Ergebnisse der Wärmeplanung als auch Planungsfortschritte, Beschlüsse und Vorhaben der politischen Gremien abrufbar sein. Eigentümerinnen und Eigentümer, Fachbetriebe sowie weitere Interessierte können sich dadurch frühzeitig und unkompliziert über die Situation rund um einzelne Grundstücke informieren.