
Aktuelle Lage erhöht Gefahr von Virus-Übertragungen durch die Asiatische Tigermücke
Mit dem Höhepunkt der Reisesaison kehren täglich viele Menschen aus tropischen und subtropischen Urlaubsregionen in den Landkreis Germersheim zurück. Die Kreisverwaltung Germersheim und die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS e. V.) weisen darauf hin, dass die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) inzwischen auch im Landkreis angekommen ist. Sie ist zwar nicht selbst mit Krankheitserregern infiziert, kann aber Viren wie Dengue, Chikungunya, Zika und das West-Nil-Virus übertragen, wenn sie zuvor eine infizierte Person gestochen hat. Reisende können sich in endemischen Gebieten, beispielsweise in Teilen Asiens, Südamerikas oder des Mittelmeerraums infizieren, häufig ohne selbst Symptome zu bemerken. Während dieser Zeit zirkulieren die Viren im Blut.
Wird die betroffene Person nach ihrer Rückkehr von einer heimischen Asiatischen Tigermücke gestochen, kann diese die Viren aufnehmen und an weitere Menschen weitergeben. Dadurch können lokale Übertragungsherde entstehen. Die Kreisverwaltung appelliert deshalb insbesondere während der Reisezeit an alle Bürgerinnen und Bürger, aufmerksam zu sein und sich konsequent vor Mückenstichen zu schützen.
Massiver Tigermücken-Befall in Germersheim
Ein aktueller Fall im Landkreis Germersheim verdeutlicht das Ausmaß der Situation: Bei einer gemeinsamen Ortsbegehung von Vertreterinnen und Vertretern der Kreisverwaltung und der KABS wurde ein so starker Tigermücken-Befall festgestellt, dass sich Menschen im Außenbereich kaum noch aufhalten konnten. Neben zahlreichen ausgewachsenen Mücken wurden große Mengen an Larven entdeckt, unter anderem in Sickerschächten. Die KABS hat umgehend Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass eine flächendeckende Bekämpfung auf privaten Grundstücken nicht möglich ist.

Der festgestellte Befall zeigt, wie schnell sich die Asiatische Tigermücke ausbreiten kann, wenn geeignete Brutstätten vorhanden sind. Bereits kleinste Wasseransammlungen, etwa in Regentonnen, Blumenuntersetzern oder Sickerschächten reichen für ihre Vermehrung aus. Deshalb ist jede und jeder Einzelne gefordert, solche Brutstätten konsequent zu beseitigen. Als weiteren Hinweis auf die zunehmende Übertragung von Viren durch heimische Mücken verweisen Fachleute auf den ersten autochthonen West-Nil-Fall des Jahres 2026 in Rheinland-Pfalz. Laut Medienberichten war die betroffene Person nicht im Ausland und wurde höchstwahrscheinlich durch eine heimische Mücke infiziert.
Nach der Reiserückkehr: Konsequenter Mückenschutz
Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt ungeimpften Reiserückkehrerinnen und Reiserückkehrern aus Risikogebieten, sich in den ersten 14 Tagen nach der Rückkehr besonders konsequent vor Mückenstichen zu schützen, auch dann, wenn keine Symptome auftreten.
Empfohlene Schutzmaßnahmen und wann sie ärztliche Hilfe aufsuchen sollten

Bürgermitwirkung ist entscheidend
Ein wirksamer Gesundheitsschutz ist nur durch gemeinsames Handeln möglich. Da weder die Kreisverwaltung noch die KABS sämtliche privaten Grundstücke kontrollieren können, sind alle Bürgerinnen und Bürger gefragt, Verantwortung zu übernehmen – im Garten, auf dem Balkon und nach einer Reise. Die Asiatische Tigermücke nutzt selbst kleinste Wasseransammlungen zur Fortpflanzung, beispielsweise Regentonnen, Blumenuntersetzer, verstopfte Dachrinnen oder Sickerschächte. Die wirksamste Maßnahme gegen ihre Ausbreitung ist deshalb das konsequente Vermeiden und Beseitigen von stehendem Wasser. Nur wenn möglichst viele Menschen mithelfen, lässt sich verhindern, dass sich tropische Viren dauerhaft auch in unserer Region etablieren.

Ausführliche Informationen zur Asiatischen Tigermücke und zu Schutzmaßnahmen finden Sie unter: www.kreis-germersheim.de/tigermücke
Quelle: Presse- und Medieninformationen Kreis Germersheim (01.08.26)

FAQ- Häufig gestellte Fragen
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Umgang mit Brutstätten
Um die Ansiedlung der Tigermücke zu verhindern oder zu erschweren, können unnötige Wassergefäße im eigenen Garten vermieden werden.

Bürgermeldungen
Durch Stechmückenmeldungen aus der Bevölkerung werden neue, bisher noch unbekannte Tigermückenpopulationen entdeckt.


