
Zurück in ein aktives Leben
Für Gisela Meisel ist der Mittwoch seit zweieinhalb Jahren ein besonderer Tag. Dann besuchen Andrea Bruders und ihre Hündin Nala die 84-Jährige in Hatzenbühl. Was als Angebot des Malteser Besuchsdienstes mit Hund begann, hat sich inzwischen zu einer engen Freundschaft entwickelt. Die regelmäßigen Besuche bringen Abwechslung, Gemeinschaft und viele schöne Momente in den Alltag der Seniorin.
Neue Kontakte nach einer schweren Zeit
Nach dem Tod ihres Mannes fühlte sich Gisela Meisel lange einsam. „Am Anfang waren die Kinder da. Aber abends war ich allein. Im Haus ist Ruhe, der Stuhl am Tisch ist leer und niemand spricht mit einem.“ Durch die Malteser fand sie neue Kontakte und zahlreiche Angebote, die ihren Alltag bereichern. Regelmäßig besucht sie Yoga auf dem Stuhl, die Plaudergruppe sowie gemeinsame Kaffeenachmittage und Ausflüge. Ehrenamtliche Helferinnen holen sie dafür zu Hause ab und bringen sie anschließend wieder zurück. Eine besondere Rolle spielt jedoch der Hundebesuchsdienst.
„Mittwoch ist inzwischen mein Lieblingstag, weil Andrea und Nala kommen.“

Andrea Bruders (63) engagiert sich ehrenamtlich mit ihrer Portugiesischen Wasserhündin Nala bei den Maltesern. Nachdem sie krankheitsbedingt frühzeitig in den Ruhestand gegangen war, suchte sie nach einer sinnvollen Aufgabe. Da Nala aufgrund ihres ausgeglichenen Wesens alle Voraussetzungen zum Besuchs- und Begleithund mitbrachte, absolvierte sie mit einem Jahr eine Ausbildung zum Besuchs- und Begleithund bei der Hundeschule „Freche Hummel“.
Aus Besuchsdienst wird Freundschaft
Über die Malteser entstand schließlich der Kontakt zu Gisela Meisel. Anfangs war die Seniorin dem Angebot gegenüber noch zurückhaltend. „Eigentlich wollte ich keinen Hundebesuch. Aber dann haben wir es einfach ausprobiert.“ Heute kann sie sich Nala aus ihrem Leben nicht mehr wegdenken: Fotos der Hündin schmücken ihre Wohnung, das Lieblingsspielzeug und Leckerlis liegen für jeden Besuch bereit. Die Treffen bestehen aus Spaziergängen, Gesprächen und gemeinsamen Kaffeerunden. „Vor allem wird viel gelacht“, sagt Andrea Bruders. Mit der Zeit ist aus dem Besuchsdienst deutlich mehr geworden:
„Heute sind wir Freundinnen.“

Die beiden Frauen verbindet nicht nur ihre Freude an den gemeinsamen Stunden. Auch ihre Lebensgeschichten weisen Parallelen auf. Beide stammen ursprünglich aus Ostdeutschland und haben in ihrem Leben große Veränderungen gemeistert.
Offen bleiben und Hilfe annehmen
Für Gisela Meisel zeigt ihre Geschichte, wie wichtig Offenheit gegenüber neuen Begegnungen ist. Ihr Rat an Menschen, die sich einsam fühlen: „Man muss offen bleiben und Hilfe annehmen. Oft braucht es nur einen ersten Schritt.“ Mit Angeboten wie dem Besuchsdienst mit Hund schaffen die Malteser Begegnungen, fördern soziale Teilhabe und helfen dabei, Einsamkeit im Alter zu überwinden. Manchmal entsteht daraus sogar etwas ganz Besonderes: eine Freundschaft.
Quelle: Pressemitteilung Malteser Hilfsdienst gGmbH, 28.07.2026
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